29.07.24 Was ist Batz? Winni
Batz ist eine klebrige, breiige Masse. Ich ergänze: In den Bergen oft vermischt mit Kuhscheiße.
-------------------------------------------------------------- Hier die Etappen meiner heutigen 17,2km langen Runde, unterfüttert mit 1155hm: Parkplatz Rosengasse (1100m)– Fellalmsattel (1645m) – Kleiner Traithen (1723m) – Fellalmsattel (1645m) – Großer Traithen (1852m) - Steilner Joch (1747m) – Brünnsteinhaus/DAV (1342m) – Groß Alm (1245m) – Seelachen Alm – (1307m) – Baumoosalm (1315m) – Rosengasse (1100m) Hier die Runde auf Brouter.de ----------------------------------------------------------------
Schon zweimal war ich am Traithen über dem Ursprungstal laufen, zuletzt am 18.11.20. Und die Runde wie heute am 10.7.19. Und wieder ignorierte ich den Tipp aus Wanderführern, dass man nach Regen ein paar trockene Tage abwarten sollte. Aber woher solche Tage nehmen wenn nicht stehlen.
Batzig war es beide Male, heute aber bin ich auf weiten Strecken ausgebremst worden.
Los ging’s am Berggasthof Rosengasse, wo doch tatsächlich über dem P4 vorm Gasthof ein Wärterhäuschen steht, in dem ein älterer Herr mit gelber Weste herunterguckt, ob ich auch brav die 4 Euro Parkgebühr in den Automaten schmeiße. Er tat mir ein bisschen leid, weil sich zur Rosengasse auf 1100m im Sommer ohnehin kaum einer verirrt.
Und los geht's. Nach Straße und Wirtschaftsweg erreiche ich bald den Wanderweg, die Wolken hängen tief. Der Weg über einen Wiesenhang wird schmaler und steiler. Hiking ist angesagt. Weiter durch den Bergwald erreiche ich eine kleine Felsstufe mit zwei Trittbügeln. Exponiert ist es hier nicht. Ab hier wird es steiler und der Weg ruppiger.
Noch eine kleine Kraxelei und ich stehe am Sattel und weiß, warum ich wieder hierher wollte: Vor mir der weite Traithenkessel und darüber aufragend das Steilner Joch, das Unterberger Joch und weit rechts der Große Traithen, verbunden durch einen tollen Kamm.
Erstmal aber laufe und steige und stakse ich am Sattel über den batzigen Pfad in Richtung Fellalmsattel, und von dort nach rechts weiter über aufgeweichten Bodenauf den Kleinen Traithen. Den erreiche ich leider im Nebel, und auch am Großen Traithen hinter mir wabern Wolken immer wieder an seine Flanke. Ich hoffe, dass es später lichter wird.
(Den Kleinen Traithen kann man auch von Vogelsang aus über einen leichten Klettersteig erreichen)
Ein kurzer Stopp am Kreuz nur, da es ohnehin nichts als Grau zu sehen gibt. Ich drehe um, laufe wieder über den Fellalmsattel in Richtung Großer Traithen und beginne mit dem Aufstieg. Der gestaltet sich unschwierig, abgesehen von ein paar kleineren Klettereien über feuchten Stein, bei denen mir die Stöcke in der Hand nicht gerade hilfreich waren. Vor dem Aufstieg wegpacken wäre sinnvoller gewesen, zumal man sie auf dem Grat ohnehin nicht braucht.
Noch eine letzte Kletterei, der Nebel hat sich verzogen, und ich erreiche den Gipfel bei Sonnenschein. Der währte nicht lange, denn als ich mich aufgemacht hatte in Richtung Steilalm Joch, war es dort oben schon wieder neblig. Nicht aber bei mir auf dem Grat.
Da ich nicht alles zweimal erzählen möchte – wie es weitergeht zum Steilner Joch und von dort nicht direkt runter sondern vorbei am Brünnsteinhaus und nach Umrundung zurück zur Rosengasse – ziehe ich lieber ein Fazit und gebe ein paar Tipps:
Der Schwierigkeitsgrad T3 bei Höhenrausch bezieht sich auf den direkten Abstieg vom Steilner Joch in Richtung Rosengasse. Oben auf dem Grat gibt es nur beim Einstieg ab Großer Traithen eine kurze heikle Stelle. Und im weiteren Verlauf eine weitere (siehe Video 2 mit Drohnenflug).
Wer eher Trailrunning machen will als im Batz herumzustochern (wie ich heute), sollte nach Regen besser ein paar trockene Tage abwarten. Die Berge oberhalb des Traithenkessels stehen der Sonne im Weg, weshalb es nur bei hohem Sonnenstand hier trocken werden kann.
Die Orientierung ist bis zum Brünnsteinhaus leicht, danach allerdings ist es notwendig, ein Navi dabei zu haben. Noch besser: Vorher den Track aufs Handy laden. Batzig ist es leider auch hier immer wieder über weite Strecken.
Trinkwasser auf der Toilette des Brünnsteinhauses und im Außenbereich gibt es keines, die gekühlten Getränke aus dem Automaten, meist 0,33 Liter, kosten 4,50 Euro. Ungekühlt für 2,50 Euro hätte ich genommen.
So ärgerlich es heute mit den Untergründen auch war, landschaftlich hat diese Runde ihren Reiz, nicht nur oben auf dem Grat. Zudem toller Blick vom Brünnsteinhaus auf den Zahmen und Wilden Kaiser.
Und ganz wichtig: Fragt Einheimische nicht nach dem Traithen, den kennen sie nicht. Sie kennen nur den Droathen. OA, wie Broatenstoa.
Hier ein paar Videos auf youtube:
- Unter 4 Stunden: ÜBERSCHREITUNG Traithen zum Feierabend - Großer Traithen | 1852m | Bergwanderung | 15.07.2019 (Drohnenflug)
Bis bald. In the meantime: Metallica: Wherever I May Roam
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