07.10.24 Oktobertraum Winni
Nach Wochen hatte ich bemerkt, dass ich die falsche Torscharte beim Berg-Wetterdienst ZAMG (wetter.zone) gebookmarkt hatte, die in Kärnten. Und Kärnten ist dann doch a Stückerl weg von Hinterriss im Karwendel.
Geplant hatte ich diese Tour für den Spätsommer schon lange, aber das Wetter (in Kärnten) war nie, wie gewünscht: Die Sonne sollte scheinen, auch für gute Fotos. Dann der Aha-Effekt: Die Torscharte von Hinterriss liegt auf 1815m, die andere auf 2060m. Mist … hat a bisserl gedauert.
---------------------------------------------------- Hier die Etappen meiner heutigen 14,2km langen Runde, unterfüttert mit 922hm: Parkplatz 2 Hinterriss (932m)– Tortalalm Niederleger mit Brunnen (1156m) - Tortalalm Hochleger(1600m) - Torscharte (1815m) - Rontalboden (1303m) - Rhontalalm(1262m) - Hinterriss (935m). Hier die Runde auf Brouter.de ----------------------------------------------------
Um so besser, dass dieser Montag mit Föhn daherkam. Rein ins Auto und ab ins Karwendel. Kurz nach Hinterriss links der P2, kostenlos. Ob ich die Runde im oder gegen den Uhrzeigersinn laufen werde, gab die Sonne vor, also das Licht. Im Uhrzeigersinn, also Start ins Tortal, erwies sich als richtig. ………………………………………………………... Daten für Wanderer. Durch das Torbachtal zeigt die Tafel 3 Stunden zur Scharte an, durch das Rhontal 2 Stunden. ……………………………………………………….
Über die Straße und schon lande ich auf einem Forstweg, der mich hineinbringen sollte in eine wunderbare Bergwelt, in eine Szenerie, die seinesgleichen sucht, nahe spannender Felswände und Gipfel.
Nach einem Kilometer blicke ich in eine Klamm, den Jungfernsprung. Wenig später macht der Weg einen Bogen und der Torbach befindet sich auf gleicher Höhe wie ich. Noch ist es schattig, aber die ersten Sonnenstrahlen fallen bereits gegenüber ins Tal und erleuchten auch den Kuhkopf und den Lackenkarkopf vor mir.
Keine 4km vom Parkplatz und ich erreiche den Tortalalm Niederleger mit Brunnen, nahe der Felswände. Hier endet auch der Forstweg und ich bekomme einen Trail unter die Füße. Der ist nicht mal so batzig, wie befürchtet, noch.
Entlang der Bergkulisse mit immer neuen Ausblicken geht es weiter nach oben. Dann kommt er doch noch, der Batz auf ganzer Breite. Hatte ja auch geregnet heute Nacht. Dafür bin ich jetzt in der tief stehenden Oktobersonne unterwegs, die scharfe Konturen in die Felsstrukturen zaubert und mich wärmt.
Steil geht es weiter bergan. Nach 5,8km lande ich auf einem Sattel, von dem ich zunächst dachte, es sei schon die Torscharte. Nach dem Sattel geht es kurz bergab, bevor es zum finalen Aufstieg nochmal richtig steil wird. Hier alles trocken. Ein Trailrunner kommt mir entgegen.
Apropos. Wem es nur ums Laufen geht, der sollte die Runde nach Regen so laufen wir er, also gegen den Uhrzeigersinn. Später mehr dazu. Nach 6,1km passiere ich den Hochleger und steige die letzten 200hm in Serpentinen hinauf. Die Aussicht … !
Nach knapp 7km und 880hm erreiche ich die Torscharte und erkenne sofort gegenüber die markante Soiernspitze, heute gezuckert. Ich verweile nicht lange, da jetzt der Föhnwind bläst. Zum Sehen gab es ohnehin auf Schritt und Tritt hier hoch genug, jetzt hoffe ich auf einen feinen Downhill.
Denkste! Der Pfad im oberen Drittel ist sehr steil und der Matsch wie Schmierseife. Selbst beim vorsichtigen Absteigen rutsche ich mehrmals weg, kann mich aber fangen. Kurz über Schotter, dann wieder steil hinunter jetzt auf Brösel und Gestein. Nur auf dem letzten Stück weit unten geht es wieder flott dahin und ich erreiche den sonnendurchfluteten Rontalboden mit wenigen Bergahornbäumen.
Ein paar Fotos im Gegenlicht und weiter geht es flach rüber zur Rontalalm. Dort biege ich kurz nach links ab, weil optional noch die Rappenklammspitze angedacht war, jedenfalls bis kurz vor den Gipfelaufbau.
Da ich diesen Abstecher auch wegen der Aussicht machen wollte, brach ich ab, denn im Gegenlicht der Sonne kann ich keine schönen Fotos von den Bergen machen. Das hole ich nach, dann aber früher im Jahr bei anderen Lichtverhältnissen.
Jetzt noch den langweiligen Forstweg ohne Aussicht nach Hinterriss, kurz durchs Dorf zum P2 und die Wadeln in den eiskalten Rissbach gesteckt, den mein Parknachbar, ein Münchner, mit der Isar verwechselt hatte.
Fazit: Landschaftlich war es eine meiner schönsten Runden überhaupt. wenngleich keine lange. Mit dem heute abgebrochenen Aufstieg zur Rappenklammspitze wären es 19km und gute 1400hm geworden.
Ach ja, um es nicht zu vergessen: Beim Auf- und Abstieg sieht man den Schafreuther, auf dem ich beispielsweise am 11.11.20 unterwegs war. Am Morgen war noch Schnee zu sehen, am Nachmittag war er überwiegend weg.
Das macht mir Hoffnung, meine Toptour 2024 auf das Sonnjoch (2450m) doch noch machen zu können. Hab schon fast geheult, als der viele Schnee daherkam.
Bis bald In the meantime: Van Morrison – Orangefield (Live at Orangefield)
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