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Trailrunning - Spieljoch - Hochiss

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31.10.22
Wunschgipfel
Winni Mühlbauer

Winterzeit. Ein Brückentag. Ich fahre früh los und schaffe es zum ersten Mal, in 1,5 Stunden in Maurach am Achensee zu sein. Zwischen Achenkirch und Maurach immer brav 60 oder 80 km/h, gefühlt 20 Mal (Radarkontrollen!)

Kein Nebel über dem See, dafür blauer Himmel. Laut Wetterbericht soll das so bleiben bis 14 Uhr. Da aber wäre ich schon wieder auf dem Weg nach unten, mit tollen Fotos im Gepäck. Die Runde mit 12km ist nicht lang, aber anspruchsvoll.
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Hier die Etappen meiner heutigen 12,0km langen und mit 700hm im Aufstieg und 1500hm im Abstieg unterlegten Runde: Erfurter Hütte (1834m) – Spieljoch (2236m) – Hochiss (2299m) - Steinerne Tor (1955m) – Dalfazalm (1693m) – Talstation Maurach (950) Hier die Runde auf Brouter.de
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Wie vor 3 Wochen schon starte ich wieder an der Bergstation der Seilbahn, laufe hoch in Richtung Hochiss, passiere den Gschöllkopf, erreiche einen Sattel und wenig später den Abzweiger zum Spieljoch.


 

Winni Mühlbauer - Trailrunning: Achensee Rofan: Spieljoch - Hochiss - 31.10.22



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Eine kurze drahtseilversicherte Stelle bringt mich auf einen schmalen Pfad, der sich südwärts im Schatten nach oben windet. Bald dreht er nach Nord und vor mir taucht die grasige Gipfelkuppe auf. Keine 100hm trennen mich vor der kreuzlosen Kante des Spieljochs (2236m). Dann stehe ich an einem der vielen Nordabbrüche, typisch für den Rofan.

Tolle Panoramen und Tiefblicke. Rechts hinter einem markanten felsigen Zinken die Seekarlspitze, von hier aus als schwere Bergwanderung zu erreichen. Links mein nächstes Ziel, noch in der Sonne, die Hochiss.

Unterhalb des Gipfels des Spieljochs legt eine Familie mit einer jungen Tochter, geschätzt 12 Jahre, ihre Klettersteigausrüstung an. Wohin sie wollen, erfahre ich leider nicht mehr, vielleicht auf ein Teilstück des 5-Gipfel-Klettersteigs im Rofan.

Ich laufe derweil das kurvige Weglein über den Wiesenhang hinunter und lande wieder auf dem Pfad zur Hochiss. Der Himmel, vor einer halben Stunde nahezu wolkenfrei, macht langsam zu. Zudem frischt der Wind auf. Also etwas Gas geben auf dem Pfad nach oben, der von hier aus nahezu bis zum Gipfel gut zu sehen ist.

Ich erreiche die Scharte zwischen Hochiss und Spieljoch, und unvermittelt öffnet sich der Blick auf den Nordabbruch des Rofan, auf die meist senkrechte kilometerlange Wandflucht. In Richtung Spieljoch dominieren gezackte Felsformationen, der Spieljoch Westgrat mit Klettersteig, heute gut besucht.



 

Blick auf Hochiss von der Rofanspitze aus



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Je näher ich dem Gipfelaufbau komme, desto mehr verändert sich die Form der Hochiss, die sich am beeindruckendsten von der Rofanspitze oder von unten am Marchgatterl nahe des Ziereiner Sees zeigt, wo ich zusammen mit Christian im Juli 2017 eine meiner schönsten Runden gedreht habe.

Weiter geht’s in Richtung Gipfel. Ich passiere den Hochiss-Klettersteig und gucke, wie sie da oben rumhängen. Man kann es sich ja aussuchen! Ich wähle den Pfad, der bald steil und felsig wird, und erreiche den Sattel. Noch ein paar Meter gebummelt und gekraxelt, und ich bin da. Endlich wieder auf dem Gipfel der Hochiss, dem höchsten Gipfel des Rofan - Betonung auf der zweiten Silbe. Ist mir wichtig, als Rofanfan.

Die Aussicht fantastisch, wenngleich der Himmel jetzt verhüllt ist und der Wind weiter auffrischt. Als ich mich sattgesehen habe und auch meinen Bauch erfreuen will, stelle ich fest, dass ich im Auto mein Hafermehlgebräu vergessen habe. Einen kleinen Riegel habe ich bereits verputzt, den zweiten muss ich mir einteilen. Oder? Da liegt doch noch die Dalfazalm auf dem Weg, mit ihrem leckeren Kaiserschmarrn.

Am Gipfelkreuz bei Ankunft nur wenige Wanderer und Kletterer. Das aber änderte sich im Sekundentakt. Erst einer, dann noch einer. Dann zwei, drei Damen. Dann noch eine kleine Gruppe, zuletzt die Nachhut. Ein Bus ist gelandet, voll mit Japanern. Hoffentlich haut es keinen hinunter, denke ich mir, so wie sie hektisch und fokussiert auf ihre Kameras und Handys an der Kante herumtanzen.

Nix wie weg! War zum Glück lange hier. Ein Stück am Kamm entlang erreiche ich einen lustigen Felsen, den Streichkopf (2243m), der einen Knickpunkt bildet am hier nordwestlich-östlich verlaufenden Hauptkamm.

Auf leicht ausgesetztem Pfad laufe ich weiter auf die Schlüsselstelle zu, die diese Tour zu einer Schwarzen (T3) macht. Ich packe meine Stöcke weg, um die Hände frei zu haben.

Als ich mit Christian im August 2017 hier unterwegs war, hatte ich Bammel vor dieser Stelle, die dann aber doch halb so wild war: Das Rote Klamml. Eine Rinne, die mit Hilfe von Drahtseilen abgeklettert werden muss. Nicht allzu schwer, der Fels ist gut gestuft, wenngleich speckig. Vor dem Klamml quere ich eine etwa 10m lange ausgesetzte Stelle, aber auch hier helfen Drahtseile.

Und schon klettere ich durch die steile Rinne, halte unten angekommen kurz an und gucke auf die Bergkulisse unter mir. Fantastisch. Wieder mit Stöcken geht es jetzt in Richtung Steinernes Tor.

Noch immer allein unterwegs, das letzte Wanderpärchen ist mir oben am Grat entgegengekommen, genieße ich den Downhill, der teils über Schotter und Stufen führt. Nach dem Steinernen Tor kommt mir ein Vater mit seiner Tochter entgegen. Dann bin ich wieder alleine. Der Trail wird flacher und erdiger.

Noch immer im Schatten unterwegs bei frischem Wind, freue ich mich auf die Dalfazalm. Sehr selten kehre ich beim Trailrunning ein, heute aber passt es: Es ist früher Nachmittag und ich brauche Kohlenhydrate. Womit ich aber nicht gerechnet hatte, ist, dass kurz vor der Alm der Himmel wieder aufmacht.

Wenig später sitze ich in der Sonne und gable, mit zwei Gabeln zack zack, den verdienten Kaiserschmarrn ... sehr lecker!.

Nach einer halben Stunde mache ich mich auf für das letzte Stück hinunter zur Talstation. Hinter mir liegen 650hm im Abstieg, vor mir die restlichen 700hm. Gleich bei der Dalfazalm gibt es zwei Pfade. Der eine führt direkt hinunter nach Buchau, der andere zweigt gleich oben ab und bringt mich auf einer Länge von 5km direkt zur Talstation.

Schon oft gelaufen, immer wieder schön. Im Bergwald heute über gelblichen Boden, über die abgefallenen Nadeln der Lärchen. Unten glitzert der Achensee, vor mir das Ebner Joch mit seiner markanten Spitze – empfehlenswert für Wanderer und Trailrunner.

Ich erreiche die Talstation und mache mich auf den Heimweg. Wenngleich die Runde nicht lang war, für mich war sie ein weiteres Highlight, auch, weil der Laufanteil hoch war. Wer es länger mag, der nimmt die 900hm hinauf zur Erfurter Hütte mit und kommt dann auf insgesamt 1400hm.

Ausbauen läßt sich die Runde wie hier auf Brouter.de.: über den Krahnsattel hinunter zur Schermsteinlalm, hoch zur Grubascharte und unterhalb des Rosskopfs hinauf zur Seekarlspitze. Von dort zum Spieljoch. Rest wie hier beschrieben.

Bis bald.
In the meantime: The Eastern – Up Spinner


Hier die Runde auf youtube: Hochiss - Rundtour zum höchsten Berg im Rofangebirge | Achensee


 

Blick nach dem Marchgatterl



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