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Trailrunning: Feldberg - Stripsenjochhütte - Kais

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12.09.22
Ein Hoch auf das Hoch
Winni

Lange war es angekündigt, das Hoch über den Alpen. Tage zuvor war ich hibbelig, ob es auch kommen würde. Wohl fünf Mal am Tag habe ich auf diesen speziellen Wetterbericht geguckt. Dann war er da, der Montag mit Kaiserwetter.

Auf meiner Runde komme ich mit mehreren Wandergruppen ins Gespräch, die eine drei Tagestour gemacht haben und die letzten beiden Tage bei strömendem Regen unterwegs waren. Sehr schade! Aber heute haben wir alle ein Traumwetter.

Schon bei der Anfahrt durch Kössen ein fantastischer Blick auf die hellerleuchteten Wände des Kaisers. In Griesenau (gleich nach der Billigtankstelle) biege ich rechts ab und parke vor dem Mauthäuschen. 3,00 Euro.
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Hier die Etappen meiner 19km langen Runde, unterfüttert mit 1170hm: Kaiserbachtal Mauthäuschen (750m) – Untere Scheibenbichlalm (1320m) - Obere Scheibenbichlalm (1460m) – Wasserlahnerkopf (1609m) – Feldberg (1813m) – Stripsenjochhaus (1602m) – Kaiserbachtal/Griesener Alm (1000m) – Parkplatz Mauthäuschen. Hier die Runde auf BRouter.de Und hier das Kaiserbachtal auf fatmap.com
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Erstmal 600m auf der Mautstraße, dann biege ich rechts ab und laufe auf einem breiten Forstweg im Bergwald nach oben. Dieser wird mehrmals durch einen steilen Pfad (ausgeschildert als Wanderweg) abgekürzt. Kurz vor der Unteren Scheibenbichlalm bekomme ich schon einen Vorgeschmack auf das, was mir das Kaisergebirge heute im Großformat bieten wird: stahlgraue, hell erleuchtete bizarre Felswände unter blauem Himmel.

Ab der Alm bin ich in der Sonne unterwegs, die habe ich im Rücken. Es ist aber nicht sehr heiß. Auf dem Forstweg geht es weiter hoch zur Oberen Scheibenbichlalm. Bald lande ich auf dem breiten Grat, der mich in vielen kurzen steilen Anstiegen, meist auf schrofigem Untergrund, erst über den Wasserlahnerkopf dann weiter in Richtung Feldberg bringt.

Das mich begleitende Panorama unbeschreiblich schön.

Noch eine steile Kuppe, und noch eine, dann taucht er endlich auf, der Feldberg, der heute gut besucht ist. Noch ein letzter Anstieg inkl. kleiner Kletterei, und ich bin oben.

Ein junges Wanderpärchen bitte ich, Fotos von mir zu machen. Dabei erfahre ich von ihr, dass dies der erste Gipfel für ihren Freund ist, er hat das vorher nicht gemacht. Ich scherze und frage, ob sie vielleicht vom Navi falsch geleitet worden sind und eigentlich in den Schwarzwald Wald wollten. Nein, nein, ich habe mir für ihn extra diese Tour ausgesucht. Wie lieb! Ich gratuliere ihm, genieße noch eine Weile den Blick auf die Wände des Kaisers und auch hinüber zum Zahmen Kaiser, den ich im Oktober 2018 überschritten habe.

Unvergesslich der Downhill von der Pyramidenspitze durch das Öchselweidkar hinunter in Richtung Kaisertal. Schaut von hier extrem aus, ist es aber nicht.

Ich stärke mich, lasse meine Augen hinüberwandern zum Mitterkaiser und versuche, die Fritz-Pflaum-Hütte zu erspähen. Als Rundtour da hinauf wäre es für mich zu schwer, aber hin und zurück über das Griesener Tor sollte es machbar sein. Wenn der hier schon mit seinem MTB hinunterfahren kann:. Wilder Kaiser - Enduro-Ride - Fritz-Pflaum-Hütte

Hinter mir liegen 8km. War bisher der Blick auf den Wilden Kaiser das Highlight, kommt jetzt die spannende Wegführung hinunter zum Stripsenjochhaus dazu. Erstmal orientiere ich mich in Richtung Tristecken (1702m). Am Kamm entlang laufe ich hinunter. Bei der Umgehung des sperrigen Tristecken erwartet mich ein schrofiger Wegabschnitt, der mit Drahtseilen gesichert ist.

Immer wieder bleibe ich stehen und genieße die wilde Berglandschaft und den Blick auf die Wände des Kaisers, die näher an mich heranrücken. Auch der Stripsenkopf mit seinem Gipfelpavillion. Der Pfad dorthin schmiegt sich an das wilde Gelände und ist mal ruppig, mal zahm.

Auch hier wurden teilweise einige abschüssige Stellen mittels Drahtseil abgesichert, da es hier in den letzten Jahren zu einigen Unglücken kam. Möglicherweise diese hier.

Um ein Eck herum überrascht mich ein Felsturm unmittelbar neben dem Weg, die sogenannte Frankenländer Nadel.

Auf leicht ansteigendem Pfad laufe ich die östliche Flanke des Stripsenkopfs hinauf und erreiche einen Abzweiger. Da ich nicht auf den Stripsenkopf mit seinem Gipfelpavillion will – sehr steil und leicht ausgesetzt – biege ich links ab und schlage den direkten Weg zum Stripsenjochhaus ein.

Auf halbem Weg zum Hundskopt erreiche ich die 10km-Marke. Ab jetzt geht es steil hinunter über zahlreiche schrofige und bröselige Passagen. Auch hier teilweise Drahtseile. Toll der Blick hinunter zum Stripsenjochhaus.

Ich komme an eine Stelle, etwas zum Knobeln, wo ich mich frage, wie komme ich da am besten hinunter. Sie ist sehr steil, felsig und bröselig. Etwa in der Mitte ruft mir ein Mann von hinten zu, hier hätte es auch Stufen gegeben, aber ich sei nicht der erste, der es sich schwer macht. In der Tat, links sind Stufen, die aber waren oben nicht einsehbar.

Dann erreiche ich einen Kraftort, das Tavonaro-Kreuz nahe dem Stripsenjochhaus. Ich verweile, mache Mittag - Hafermehltrunk mit BCAA und Kollagen - inmitten einer zauberhaften Bergkulisse. Ich danke meinem Herrgott, der mich auch hier führt, und bin im grenzenlos dankbar.

Noch ein kurzer Sprung und ich bin seit meiner Kindheit - da war ich 6- , heute zum dritten Mal am Stripsenjochhaus. Das zweite Mal war ich fast auf den Tag genau vor 2 Jahren hier von Kufstein durch das Kaisertal (ohne -bach) aus. Damal war es leider sehr bewölkt und ich wusste, ich werde wiederkommen.

Die Terrasse des Hauses (1602m) kaum besucht, die Nähe zu den Felswänden großartig. Superschön diese Lage hier, einfach zu erreichen über den meist breiten, oben aber gerölligen Wanderweg, der von der Griesneralm, heraufführt, die leider im Februar 2021 vollständig abgebrannt ist.

Das ist auch mein Weg runter. Ich laufe los, bleibe aber immer wieder stehen, gucke und staune, vor allem an einer Kurve, von wo aus die Steinerne Rinne gut zu sehen ist. Ein Wanderpärchen neben mir: Da gehen wir morgen hinauf. Ich: Grusel!

Sie: Man kann es sich ja aussuchen, was man macht.

Ein geniale Satz, was mir erst später bewusst wird. Zu Hause entdecke ich auf youtube ein Video, wo einer mit dem MTB das obere Stück vom Gipfel der Ellmauer Halt aus hinunter fährt. Wilder Kaiser extreme
Ich laufe weiter, erreiche auf 1370m die Wildangerhütte, laufe mal durch den Bergwald, mal durch freies Gelände, erreiche den Abzweiger zur Fritz-Pflaum-Hütte, laufe weiter und habe unten schöne 600hm Downhill hinter mir.

Unterwegs blicke ich immer wieder hinauf zu den Gipfeln, im feinen Lichtspiel zwischen Sonne und Schatten. Noch eine weite Linkskurve, dann eine nach rechts, und ich lande im Kaiserbachtal.

Den Wiederaufbau der Griesneralm sehe ich nicht, da ich es links liegen lasse und rechts vom Kaiserbach leicht bergab meine letzten 6 Kilometer zum Parkplatz am Mauthäuschenunter unter die Füße nehme. Unterwegs Erfrischung mit eiskaltem Wasser aus dem Bach.

Für mich war es eine Traumtour, die ich sehr empfehle. Und ich hoffe auf ein nochmaliges Kaiserwetter.

Bis bald
In the meantime: Wind Rose - Together We Rise


 

Winni Mühlbauer - Trailrunning - Wilder Kaiser Feldberg - Stripsenjochhaus - Kaiserbachtal - 12.9.22



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