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Trailrunning - Schönfeldjoch + Wildenkarjoch

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14.11.22
Inmitten alter Bekannter
Winni Mühlbauer

In Bayrischzell biege ich rechts ab in Richtung Thiersee/Kufstein, fahre durch das schattige Ursprungstal; max. 3 Stunden Sonne, sagte man mir. Gefrorene Loipen im Winter. Eiskalt ist es auch jetzt, als ich mich um 10:00 Uhr am Parkplatz umziehe. Dafür ungetrübtes Blau über mir.

Vor allem wird dieser Parkplatz von Wanderern genutzt, die links hinauf zur Mariandlalm und weiter zum Trainsjoch wollen - der erste Bekannte. Für mich geht es rechts hinauf auf eine eher wenig begangene Route, die mich im weiteren Verlauf über einen spannenden Grat führt.

Schon nach 300m bei der Verwalteralm erreiche ich in der Sonne einen Pfad, der steil nach oben geht. Auf halber Höhe wird mir warm. Ich ziehe die mittlere von drei Lagen aus und verstaue sie im Trinkrucksack.
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Hier die Etappen meiner heutigen 13,0km langen und mit 1060hm unterlegten Runde: Parkplatz Ursprung (830m) – Schönfeldalm (1566m) – Heimkehrerkreuz (1680m) – Schönfeldjoch (1776m) – am Wildenkarjoch (1700m) – Wildenkarsattel (1640m) – Wildenkaralm (1440m) – Schönfeldalm (1566m) – Ursprung. Hier die Runde auf BRouter.de
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Bald verschluckt mich der Bergwald; der Pfad, dicht mit Laub bedeckt. Je höher ich komme, desto mehr freue ich mich darauf, hier wieder runter zu laufen, da er technisch einfach ist und schön dahin mäandert.

Nach 2km und 520hm erreiche ich auf den Forstweg und treffe die nächste beiden Bekannten, die Auerspitz und dahinter die Rotwand. Gleich auf der anderen Wegseite ein rot markierter Holzpflock, der mich leitet, wie andere auch. Wiederum steil geht es den bewaldeten Bergrücken hinauf. Erneut lande ich auf dem Forstweg, dem ich in südliche Richtung folge. Hier treffe ich auf die nächsten beiden Bekannten - der Traithen und auch gut zu sehen der Brünnstein.

Zwei Mal noch kürze ich den Forstweg über steile Pfade ab, zuletzt jedoch bringt mich der Fahrweg zur Schönfeldalm (unbewirtschaftet). Fantastisch das Panorama, das langsam vorbei zieht. Links zwei weitere Bekannte, der Zahme Kaiser und der Wilde Kaiser, rechts die Kitzbühler Alpen und die Riesen der Hohen Tauern.

Schade, dass die Schönfeldalm nicht bewirtschaftet ist. In der Sonne gelegen mit Breitbandkino. Jetzt aber pfeift der Wind derart, dass ich Mühe habe, in die Ärmel meiner Windjacke zu schlupfen. Vorbei an einem kleinen Kreuz ziehe ich mich auf einem mit großen Steinen übersäten Hang weiter hinauf und erreiche über einen Grasrücken das große Heimkehrerkreuz.

Das Schönfeldjoch taucht auf, und die kargen Nordwände erinnern mich an das Hinteres Sonnnwendjoch, das mich bald dominant ein ganzes Stück auf dem weiteren Weg begleitet – ein sehr guter Bekannter.

Mal am Kamm entlang– nicht ausgesetzt - , dann wieder unterhalb, führt der Pfad hinauf zum Gipfel. Dort steht ein sehr bescheidenes Kreuz. Von hier aus ist der Grat hinüber zum Wildkarjoch gut zu sehen, auch, dass die ein Kilometer lange Verbindung sehr abwechslungsreich ist.

Zunächst geht es über fette Wurzeln; Laufen lasse ich sein, bleibe lieber oft stehen und genieße den Blick zu den steilen Nordwänden und auf das hoch aufragende Sonnwendjoch weit vor mir.
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Zum Sonnenuntergang zur Wintersonnwende da hinauf ließe sich machen, wenn das Wetter mitspielt.
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Zu den Wurzeln gesellen sich alsbald kleine felsige Abschnitte, aber auch die sind links gut zu umgehen. Das letzte Stückchen laufe ich wieder, weil das Grasband am Kamm entlang - mal schmal, mal breit - , trocken ist. Auch hier bleibe ich stehen und gucke in die Tiefe und zurück auf den Grat, der mich hierher gebracht hat.

Noch immer alleine unterwegs, erreiche ich das kreuzlose Wildenkarjoch, dass meist nicht bestiegen wird. Ein Pfad ist nicht auszumachen, dafür eine sehr steile schrofige und bröselige Passage. Der Tiefblick aber unterhalb an der Kante ist fein.

In einem weiten Bogen führt mich jetzt der Pfad über den Wildenkarsattel hinunter zu einer Holzhütte der Wildenkaralm. Schon von der Ferne sehe ich dort jemanden am Wegrand sitzen mit einem signalgelben Anorak. Prima, endlich jemand, der ein Foto von mir schießen kann.

Ein älterer Herr hat es sich hier auf einer Decke gemütlich eingerichtet, eine halbe Wurstsemmel neben sich und eine Thermoskanne. Vor allem aber ein fettes Fernglas. Ich frage ihn, welche Tiere er beobachtet. Gämsen, sagt er, nur leider habe er heute noch keine gesehen, die sind alle auf der drüberen Seite. Dann macht er ein paar Fotos von mir und ich wünsche ihm, dass er noch viele Gämsen zu sehen bekommt.

Auf gleicher Höhe laufe ich einen geraden Trail, 2km lang, in östliche Richtung. Holprig ist er, übersät mit Wurzeln und Steinen, ein Flow mag nicht aufkommen. Abrupt bleibe ich stehen … ist da nicht … ? Doch, eine Gämse ca. 50m vor mir auf dem Pfad. Guckt in meine Richtung. Langsam gehe ich näher ran, bis sie mich wittert und weiter nach oben läuft.

Ich denke derweil an den leuchtend gelben Anorak. Weiß nur, dass Tiere hell und dunkel sehen, aber keine Farben. Vielleicht wäre, wie es Jäger machen, Camouflage, besser gewesen.

Ich erreiche die Schönfeldalm. Die schneebedeckten Berge der Hohen Tauern jetzt noch schöner, da ihre Flanken von der Sonne beschienen. Noch ein Stück den Forstweg hinunter, und schon wird es auch für mich schön: Auf gut 3km und 700hm geht es runter zum Ursprung*. Der Pfad ist steil, dafür technisch einfach; nur einmal rutsche ich weg, hatte zu viel Laub unter den Schuhen.

Wie zuletzt im Rofan, war diese Runde nicht lang, aber wunderschön und abwechslungsreich. Wem die Tour zu kurz ist, der kann sie verlängern und noch auf das Hintere Sonnwendjoch laufen.

Ob Zufall oder von Gott geleitet, bin ich eher zufällig auf diese Runde gestoßen und freue mich wie Bolle, dass der Gipfel des Schönfeldjoch 1776m hoch ist. Noch dazu am 14.11.22, einen Tag vor einer großen Ankündigung in den USA. Wer nicht kopfnickend vor der Tagesschau sitzt, weiß, welche Rede ich meine. Bin mir sicher, es war kein Zufall.

Bis irgendwann mal wieder: The Doors - Waiting For The Sun

In the meantime: INSOMNIUM - Lilian

*Der Ursprung ist erstmals im Gründungsbericht von Kloster Scheyern aus der Zeit vor 1056 als „usque ad locum Chiuirinis Ursprinch“ genannt, worunter das Quellgebiet der Kieferache bzw. des Klausbachs im Weiler Ursprung zu verstehen ist.[
(Wikipedia)


 

Winni Mühlbauer - Trailrunning Schönfeldjoch und Wildenkarjoch - 14.11.22



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