18.12.23 Rauf, um runterzukommen Winni
Zwei sonnige Tage in den Bergen waren angekündigt, den ersten schnappte ich mir. Für einen Sonnenuntergangslauf auf den Wallberg. Um 13:30 Uhr fahre ich los … und lande dummerweise in einem Stau nach Unfall in Richtung Tegernsee.
Um 15:10 Uhr bin ich startbereit, Sonnenuntergang ist um 16:25 Uhr. Sollte reichen, schließlich bin ich vor etwa 10 Jahren unter einer Stunde hoch gelaufen. Da war ich aber auch 10 Jahre jünger und es war ein Wettkampf ohne Schnee- und Eisauflage. Ach ja, es war auch mein erster Wettkampf am Berg. Der Wallberglauf, den es leider nicht mehr gibt.
Ich parke ein gutes Stück unterhalb der Wallberg-Talstation kostenfrei am Straßenrand und laufe los, den steilen Winterweg auf der Nordseite hinauf. Unten ist der Pfad trocken, bald aber geht es über tauendes Eis und weichen Schnee. Kurz: es ist griffig, und mit den Spikes komme ich gut voran.
---------------------------------------------------------------------- Hier die Etappen meiner 12km langen Runde, unterfüttert mit 900hm: Parkplatz Wallbergstraße (750m)– Talstation - Winterweg – Wallberghaus (1500m)– Wallbergkirchlein (1590m)– Wallberg-Rodelbahn – Winterweg – Tal. Hier die Runde auf Brouter.de -----------------------------------------------------------------------
Der Wallberggipfel oder Setzberg sind heute optional, mir geht es um das Licht, die Stimmung; runterkommen vom Alltag. Ein paar letzte Wanderer kommen mir entgegen, dann bin ich erst mal allein unterwegs. Der holprige Pfad zieht sich, will den Anschluss an den breiten Sommerweg nicht finden.
Nur selten schaut die Sonne vorbei, die schon sehr tief steht.
Dann der Sommerweg. Bald lichtet sich der Bergwald und macht den Blick frei in Richtung Leonhardstein und weitere westlich gelegene Tegernseer Berge. Die Sonne ist schon hinter den Bergen verschwunden, der Himmel färbt sich orange und rotbraun.
Das Gelände weitet sich. Ich erreiche das Wallberghaus und überlege kurz, ob ich auf den Setzberg laufen soll, auf dem ich am 19.12.20 bei Dunkelheit stand und mir die Große Konjunktion anschaute. 3 Jahre her … Mamamia!
Den aber verkneife ich mir heute, ebenso den Gipfel vom Wallberg, den ich damals kurze Zeit später, am 5.1.21, bei Nebel im Tal besucht hatte.
Heute trete ich ein bisschen kürzer und verweile bis zum Ende der Dämmerung am Kirchlein auf einer Bank und probiere meinen neuen Zaubertrunk aus, im wesentlichen ein Gainer. Gedacht für Menschen, die Sport machen und zunehmen wollen. Eigentlich nichts für mich, will ja schlank bleiben, denke aber, die Mischung ist ideal fürs Trailrunning. Mal sehen.
Es wird Nacht, die Beleuchtung für das Kirchlein schaltet sich ein. Ich schalte meine Stirnlampe an und laufe los. Drei weitere Herrschaften machen sich ebenfalls auf und empfehlen mir die Wallberg-Rodelbahn, die sie immer runter sind. Ich kenne den Weg nicht, also los.
Die Dummheit, die ich im März 2015 auf der Rodelbahn am Blomberg gemacht hatte, kann mir heute nicht passieren, da kein Rodler mehr da ist.
Butterweich geht es über Schnee dahin, über mir immer wieder Banner, die zum langsam Fahren ermahnen. Ich aber fahre nicht sondern laufe und hoffe, dass ich die teilweise sehr engen Kurven kriege.
Bald hat die Gaudi ein Ende. Ich erreiche den Winterweg und laufe und steige im Schein der Stirnlampe über teils ruppigen und eisigen Grund weiter hinunter.
Insgesamt nicht schlecht diese Downhill-Variante, wenngleich mir das Runterballern auf dem breiten Sommerweg besser gefallen hat.
Der Tag war gut, Weihnachten kann kommen. In diesem Sinne:
Frohe Weihnachten.
Bis bald. In the meantime: BEFORE THE DAWN - The Dark
|
|
|