19.05.25 Schmale Steige an steilen Hängen Winni
Die Sonne schüttet ihre Strahlen auf das Schloss Linderhof und den Neptunbrunnen. Ich schlendere ein wenig umher, der Außenbereich ist kostenlos. Parken übrigens nur 3 Euro. Wenige Besucher sind am späten Vormittag unterwegs, was mich überrascht, wo doch für die zehnjährige Restaurierung (schlappe 60 Mio.) und Neueröffnung der Venusgrotte heftig getrommelt wurde.
Ich orientiere mich in Richtung Maurischer Kiosk, denn dahinter beginnt der Aufstieg. Keine Wandertafeln zu sehen. Vorbei an einem Bauschuppen erreiche ich den Bergwald. Erst hier sehe ich die gelben Täfelchen. Ich habe die Wahl, links hinauf zum Brunnenkopf, oder rechts in Richtung August-Schuster-Haus. ------------------------------------------------------------- Hier die Etappen meiner 20,2km langen Runde, unterlegt mit 1298hm. Parkplatz Schloss Linderhof (940m) - Maurischer Kiosk (990m) – August Schuster Haus (1564m) – Pürschling (1566m) – Teufelstättkopf (1758m) – August-Schuster-Haus – Auf Maximilians Weg zur Brunnenkopfhütte (1602m) – Brunnenkopf (1719m) - Parkplatz. Hier die Runde auf BRouter.de ------------------------------------------------------------
Von meiner ersten Runde hier mit Christian im September 2016 weiß ich, dass der Weg zum Brunnenkopf ein ekelhaft langer, holpriger Wirtschaftsweg ist. Die Kröte, die heute zu schlucken ist. Ich schlucke sie am späten Nachmittag im Downhill und laufe rechts hinauf.
Zunächst auf einem Wirtschaftsweg bis zum Abzweiger. Von Anfang an steil windet sich der Pfad im kühlen Bergwald hinauf und zieht zum Ende hin weiter an. Immer wieder Abschnitte entlang steiler Hänge und über erodierte Pfade. Das war 2016 noch nicht so krass.
Bis zum August-Schuster-Haus bin ich alleine unterwegs. Hier ein paar wenige Wanderer, die im kalten Nord-Ost-Wind auf der Terrasse sitzen. Ums Eck herum geht es auf wenigen Metern rauf zum Pürschling, eine kleine Felsnase mit herrlichem Ausblick.
Zweihundert Höhenmeter weiter oben erwartet mich der nächste Aussichtsgipfel, der Teufelstättkopf. Über einen kurzen und leichten Klettersteig ist der Gipfel rasch erklommen. Wenngleich mich die fernen Panoramen nicht vom Hocker reißen, gefallen mir die tieferliegenden Felsnasen und -türmchen sehr gut.
Ich klettere wieder runter, mache mich auf zum August-Schuster-Haus und weiter zum Abzweiger in Richtung Brunnenkopf. Den Kammtrail, den ich damals mit Christian gelaufen bin, habe ich teilweise ausgesetzt in Erinnerung, zumal verläuft er nordseitig.
Ich möchte den südseitigen Maximiliansweg (Fernwanderweg von Lindau nach Berchtesgaden) in der Sonne laufen. Laufen? Pustekuchen! Die gut 4km lange Traverse entpuppt sich als schmales Steiglein in meist sehr steilem Gelände. Auch wenn der schmale Pfad trocken und noch nicht von Gras überwuchert ist, laufe ich nur kurze Passagen. Dafür entschädigen mich die wildromantische Landschaft und Tiefblicke.
Am Ende, wo ich auf den angesprochenen Wirtschaftsweg treffe, sehe ich dann die Tafel: Alpine Gefahr. Nur für Geübte. Jedenfalls ist der Maximiliansweg die leichtere Variante, will man auf den Brunnenkopf.
Ich laufe den Wirtschaftsweg hoch, erreiche die verwaiste Brunnenkopfhütte (Montag ist Ruhetag) und starte von hier den Anstieg rauf zum Brunnenkopf. Auch hier wieder die Tafel „Alpine Gefahr“. Betrifft aber nur den kurzen finalen Aufstieg zum Gipfel, der Drahtseil versichert ist. Tolle Aussicht auf die nähere Umgebung und rüber zur Großen Klammspitze, die mir von einem Wanderer empfohlen wurde.
Schaut man sich auf Hoehenrausch die Bilder an, ist der Aufstieg wohl einfacher als vermutet, allerdings wäre auch hier die Kröte zu schlucken.
Die habe ich jetzt vor mir: der fünf Kilometer lange und gefühlt nicht enden wollende Wirtschaftsweg, dessen einziger Trost ist, dass ich ihn konzentriert laufen muss, da grobe Steine auf ihm liegen. Auf der Brunnenkopfhütte noch ein Weißbier zu zischen ist eher nicht ratsam.
Im Park von Schloss Linderhof endet meine heutige Runde, die mich auf drei kleine Gipfel der bezaubernden Ammergauer Bergwelt führte.
Bis bald In the meantime: Ensiferum - The Howl
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